Hinter den Kulissen oder das „Komische Gefühl“
Börsenmärchen - eine Kurzgeschichte zum Nachdenken
In einem kleinen Ort im Weserbergland klingelt bei Margel das Telefon. Es ist auch nicht außergewöhnlich, dass der Anrufer Herr X einige Terrarien bestellt und diese dann auf einer Terraristikbörse in Empfang nehmen will. Herr X kennt die Terrarien von Terrarienbauer Margel nicht, er bestellt die Terrarien auf Empfehlung eines anderen und zufriedenen Kunden.
Herr X und Terrarienbauer Margel kennen sich also nicht und werden sich zum ersten Mal bei der besagten Terraristikbörse treffen. Die Bestellung kommt per Email unter Angabe der Stückzahl und der Maße und der Bau der Terrarien wird nach den Wünschen des Kunden ausgeführt.
Es sind 12 Terrarien in unterschiedlichen Maßen mit schräger Front und Falltür, bis vor kurzem war Margel der einzige Anbieter dieser Bauweise, wie gesagt bis vor kurzem.
Am Börsentag stehen die vorbestellten Terrarien gut verpackt im Auto des fleißigen Terrarienbauers, um an den Käufer weitergegeben zu werden.
Nachdem die Börse schon einige Zeit für die Besucher geöffnet ist, sind fast alle Vorbestellung abgeholt, bis auf die letzten 12 vorbestellten Terrarien, verschiedene Maße mit schräger Front und Falltür für den besagten Anrufer Herrn X.
Es kommt schon vor, dass bestellte Terrarien erst am Ende des Börsenbesuches abgeholt werden, darum macht sich unser Terrarienbauer aus dem Weserbergland keine Gedanken um die verbliebenen Terrarien und ist guter Dinge.
Um an diesem schönen Tag auch ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen - oder auch aus anderen Gründen - steht Terrarienbauer Margel mit einigen anderen Reptilieninteressierten vor dem Eingangsbereich und es wird, wie soll es anders sein, über Reptilen und Co gesprochen.
Zufällig also, beobachtet er wie ein anderer Terrarienbauer, nennen wir ihn Murcks, einem vermeintlichen Kunden 12 Terrarien mit schräger Front und Falltür bereitstellt. Durch ein komisches“ Gefühl“ und der Tatsache getrieben, das genau die Terrarien auf dem Transportroller von Terrarienbauer Murcks, in den unterschiedlichen Maßen und der Stückzahl, noch in seinem Auto warten, spricht er den vermeintlichen Kunden an und fragt nach dessen Namen.
Überraschung auf beiden Seiten, es ist der Kunde Herr X.
Was ist passiert? Warum holt Herr X seine Bestellung nicht bei Margel ab, sondern kauft bei Terrarienbauer Murcks?
Es braucht keinen Detektiv um diesen Sachverhalt ( §263 StGB) aufzuklären.
Herr X hat nach Betreten der Börsenhalle an dem Stand des Terrarienbauers Murcks nach Herrn Margel und seiner Vorbestellung gefragt.
Herr Murcks gibt die Auskunft an Herrn X, dass Herr Margel sich zur Zeit nicht am Börsenstand befindet, fragt nach, um welche Angelegenheit es sich handelt und ob er in der Zeit der Abwesenheit von Herrn Margel helfen kann. Herr X bemerkt, dass am Stand von Murcks eine andere Emailadresse steht als die ihm bekannte, unter der er die Bestellung abgeschickt hat, fragt also nach und erhält die Auskunft von Murcks, es gäbe mehrere Emailadressen.
Nachdem Herr X seine Vorbestellung aufgezählt hat, sind schnell von Terrarienbauer Murcks die 12 Terrarien von seinen eigenen bereitgestellt und Murcks erklärt sich bereit, Herrn X beim Einladen der besagten Vorbestellung behilflich zu sein.
So verlassen Herr X und Terrarienbauer Murcks die Halle, um die besagten Terrarien in das Auto von Herrn X zu verladen.
Pech für Murcks, dass Terrarienbauer Margel gerade zu der Zeit vor dem Eingang steht, die
Transaktion sieht und das „ komische Gefühl“ hat.
Und so ist es:
Glück für Herrn X, denn er hat somit doch noch seine Terrarien in der empfohlenen top Ausführung bekommen.
Glück für Terrarienbauer Margel, sein Ruf als Terrarienbauer hat nicht gelitten, denn Herr X hat nunmehr die Terrarien in der bestellten „besten“ Qualität bekommen.
Terrarienbauer Murcks wird wohl zukünftig noch weiter sein Unwesen treiben, was für ein Glück für ihn, dass er die 12 Becken in diesem Fall behalten durfte.
Und die Moral von der Geschicht:
So sehr Du Dich auch bemühst, unredlich Dein Schicksal zu ändern,
der Herrgott lässt Dich immer das sein was Du bist,
eben Murcks
Und so endet diese kleine Geschichte an dieser Stelle, aber sie wird durch ihre Realsatire von vielen Terrarianern auf Börsen und anderswo weitererzählt werden.
Eben wie das bei Märchen so üblich ist!
Alle in dieser Geschichte vorkommenden Personen, Schauplätze, Ereignisse und Handlungen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder Ereignissen oder Schauplätzen oder Handlungen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt
Diese Geschichte wurde frei erfunden und verfasst von
Viola Hohls
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